Ist entkoffeinierter Kaffee gesund? Fakten & Mythen
Für die meisten Menschen ist entkoffeinierter Kaffee unbedenklich. Er enthält bis auf das Koffein die gleichen Inhaltsstoffe wie normaler Kaffee. Mindestens 97 % des Koffeins werden entzogen, pro Tasse bleiben nur wenige Milligramm übrig. Worauf es ankommt, sind das Entkoffeinierungsverfahren und die Qualität der Bohnen.
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei anderen gesundheitlichen Fragen besprechen Sie Ihren Kaffeekonsum bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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Entkoffeinierter Kaffee auf einen Blick
- Restkoffein: mindestens 97 % entzogen, ca. 2–5 mg pro Tasse
- Inhaltsstoffe: Polyphenole und Antioxidantien bleiben größtenteils erhalten
- Verfahren: Schweizer-Wasser-Prozess, CO₂-Verfahren oder Lösungsmittel (Ethylacetat, Dichlormethan)
- Unser Decaf: EA-Sugarcane-Verfahren, also Ethylacetat aus Zuckerrohr-Melasse bei niedrigen Temperaturen
- Geschmack: hängt von Bohne, Röstung und Verfahren ab. Unser Decaf schmeckt nach Milchschokolade und gerösteten Haselnüssen.
Ist entkoffeinierter Kaffee gesund oder ungesund?
Entkoffeinierter Kaffee enthält die meisten Inhaltsstoffe von normalem Kaffee, darunter Polyphenole und Flavonoide mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Kaffeekonsum, auch in der entkoffeinierten Variante, mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Lebererkrankungen zusammenhängt. Das sind Beobachtungen und keine Heilversprechen.
Ungesund ist Decaf also nicht. Die Frage, die am meisten diskutiert wird, ist ein anderer Punkt: womit das Koffein entzogen wird.
Für wen eignet sich Decaf?
- Für Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren
- Für den Kaffee am späten Nachmittag oder Abend, wenn Koffein den Schlaf stört
- Für die Schwangerschaft: Lesen Sie dazu Entkoffeinierter Kaffee in der Schwangerschaft und klären Sie die Menge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Bei Herzklopfen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden: bitte ärztlich abklären lassen
Wie wird Kaffee entkoffeiniert? Die Verfahren im Vergleich
| Verfahren | So funktioniert es | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Schweizer-Wasser-Prozess | Grüner Kaffee wird in heißem Wasser eingeweicht, ein Aktivkohlefilter nimmt das Koffein auf | Keine chemischen Lösungsmittel, viele Aromen bleiben erhalten | Teurer, kann weniger Koffein entziehen |
| CO₂-Verfahren | Überkritisches Kohlendioxid löst das Koffein aus den Bohnen | Effizient und umweltfreundlich | Teure Anlagen, kann Aromen beeinflussen |
| Lösungsmittel-Verfahren | Bohnen werden gedämpft, ein Lösungsmittel (Ethylacetat oder Dichlormethan) entzieht das Koffein, danach wird erneut gedämpft | Kostengünstig und wirksam | Rückstände sind streng reguliert, Umweltaspekte |
Lösungsmittel in der Kritik: Dichlormethan und Ethylacetat
Dichlormethan ist wirksam und günstig, kann aber bei längerer Exposition gesundheitsschädlich sein. Deshalb ist es in der Lebensmittelindustrie streng reguliert. Ethylacetat kommt natürlich in Früchten vor und gilt als weniger bedenklich. Rückstände sind in der EU streng geregelt und werden kontrolliert. Wer ganz auf Lösungsmittel verzichten möchte, achtet beim Kauf auf den Schweizer-Wasser-Prozess oder das CO₂-Verfahren.
Unser Verfahren: EA Sugarcane
Unser Decaf wird im EA-Sugarcane-Verfahren entkoffeiniert. Dabei kommt Ethylacetat zum Einsatz, das aus fermentierter Zuckerrohr-Melasse gewonnen wird. Der Prozess läuft bei niedrigen Temperaturen ab, damit Zucker, Öle und Aromen der Bohne erhalten bleiben. Das Ergebnis ist ein besonders milder, säurearmer Kaffee.
Ist entkoffeinierter Kaffee ungesund? Drei Mythen im Check
Mythos 1: Decaf ist komplett koffeinfrei
Nein. Meist werden 97 % oder mehr des Koffeins entzogen, in der Tasse bleiben etwa 2–5 mg. Für die meisten Menschen ist das unbedenklich, extrem koffeinempfindliche Personen können aber trotzdem reagieren.
Mythos 2: Beim Entkoffeinieren gehen alle gesunden Inhaltsstoffe verloren
Nein. Ein kleiner Teil der Antioxidantien geht verloren, die meisten Polyphenole bleiben aber erhalten.
Mythos 3: Decaf schmeckt schlechter
Das muss nicht sein. Mit schonenden Verfahren, guten Bohnen und der passenden Röstung schmeckt Decaf kaum anders als normaler Kaffee.
Kann entkoffeinierter Kaffee Herzrasen verursachen?
Die geringe Koffeinmenge reicht bei den meisten Menschen nicht aus, um Herzrasen auszulösen. Manche berichten trotzdem von Beschwerden. Das kann an der Erwartung liegen: Wer glaubt, dass Kaffee wach und nervös macht, spürt das manchmal auch ohne Koffein (Placebo-Effekt). Sehr koffeinempfindliche Menschen können aber auch auf den kleinen Rest reagieren. Wenn Herzklopfen häufiger auftritt, lassen Sie es bitte ärztlich abklären.
Unser Tipp: Entkoffeinierter DECAF Omni Roast
Entkoffeinierter DECAF Omni Roast (14 € / 250 g)
Ein Arabica-Blend aus der brasilianischen Region São José do Rio Pardo, angebaut auf 900 bis 1.000 Metern Höhe. Er schmeckt nach feiner Milchschokolade und gerösteten Haselnüssen, ist sehr säurearm und mittelkräftig geröstet. Damit gelingt er als Espresso mit Crema, als Filterkaffee und in der French Press.
Tipp: Wählen Sie bei der Bestellung direkt den passenden Mahlgrad, zum Beispiel Siebträger, Handfilter, French Press oder ungemahlen. Alle entkoffeinierten Sorten finden Sie in der Kollektion Entkoffeiniert.
Häufige Fragen zu entkoffeiniertem Kaffee
Ist entkoffeinierter Kaffee ungesund?
Für die meisten Menschen nicht. Er enthält die meisten Inhaltsstoffe von normalem Kaffee, aber kaum Koffein. Bei gesundheitlichen Fragen holen Sie bitte ärztlichen Rat ein.
Ist koffeinfreier Kaffee gesünder als normaler Kaffee?
Nicht pauschal. Für koffeinempfindliche Menschen oder bei Schlafproblemen ist er verträglicher. Ansonsten sind die Inhaltsstoffe ähnlich.
Enthält entkoffeinierter Kaffee noch Koffein?
Ja, aber nur wenig: Etwa 2–5 mg pro Tasse bleiben übrig. Normaler Kaffee enthält ein Vielfaches davon. Mehr dazu: Wie viel Koffein hat Kaffee?
Kann ich abends entkoffeinierten Kaffee trinken?
In der Regel ja, weil die Koffeinmenge gering ist. Sehr koffeinempfindliche Menschen können trotzdem reagieren.
Welches Entkoffeinierungsverfahren ist das beste?
Schweizer-Wasser-Prozess und CO₂-Verfahren kommen ohne Lösungsmittel aus. Das EA-Sugarcane-Verfahren nutzt Ethylacetat aus Zuckerrohr bei niedrigen Temperaturen und erhält viele Aromen. Entscheidend sind das angegebene Verfahren und die Qualität der Bohnen. Mehr zur Röstung: Röstung von entkoffeiniertem Kaffee.
Was ist der Unterschied zwischen entkoffeiniert und koffeinfrei?
Bei Kaffee werden beide Begriffe meist gleichbedeutend verwendet: Das Koffein wird der grünen Bohne entzogen, ein kleiner Rest bleibt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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